CHRISTIAN KRANICH
CHRISTIAN KRANICH
lyrik & Gedichte
von Christian Kranich
COWBOYS
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„I lost my loveÂ
on the river of no return
and foreverÂ
my heart will yearn.“
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Marilyn singt und wir sitzen am Fluss.
Tiefer Blick - alles okay,
tränenreiches Abschiednehmen,
ist Königinnen-Disziplin.
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Ist schon okay, wenn die Füße nass werden,
nur untergehen, wollen wir diesmal nicht.
Der Fluss zieht träge seine Bahnen  –
und nirgendwo pfeift keiner aus dem Off.
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„Fuck, where are these promised Cowboys?“
fragt sie und blättert im Skript.
Das hätte Gitte aber besser auf den Punkt gebracht,
denke ich mir
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und beiß’ in meine Schokolade.
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WIE FREUNDSCHAFT BEGINNTÂ
für Ludwig
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Der elektrisierende Moment,
das Kumulieren pritzelnder Energien
und das Kopulieren selbst -
tragen jedoch nur
einmal um den Block.
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Meinerseitiges Bereitstellen
von Feuerwehr, Taxi und Krankenwagen -
macht viel her -
ist doch vergeblich,
letztlich blöde.
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Dann plötzliches Aufsehen
im Stratuskoplicht
der hektischen Inszenierung:
Blau - Weiß - Blau
Ich erkenne Manches.
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Schemen brennen sich
durch meine Netzhaut,
gleich Abziehbilder meines Ichs.
Was folgt, ist Dunkelheit und Stille.
Die Helfer ziehen ab.
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Wie im Film
setzt jetzt der Regen ein.
Er benetzt meine Haut -
von Sünde rein,
werde ich nicht.
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25.08.07 & 08.11.25
Der Kreis
für YoÂ
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Stets kommst Du auf leisen Sohlen,
wenn niemand mit Dir rechnet –
als letztes Ich.Â
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Als letztes Ich,
als erstes Du,
so könnte der Kreis sich schließen.
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25.08.07
ICH UND PRINZ WILLIAM
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Mutter tot, er flieht nach Lesotho
und auch mein Zug steht still.
Durchsage: Betriebsschaden!
Dann sind wir ja schon drei, denke ich mir
und verliere meine Gedanken.
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Draußen neigt sich der Tag dem Ende zu
und zwischen los und dort,
eröffnet sich ein wunderbarer Ort.
Zeit bleibt stehen,
es gibt keinen Grund zu gehen,
du kannst sein und seh’n;
Trallali, Trallala …Â
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Er: Alles klar?!
Ich aber erkenne im Betrachten
meines belanglosen Stabreims,
und der niedrigen Umstände - nichts -
außer dem Grün des MischwaldesÂ
im Fenster vor mir.Â
Trauer ist eben ein klebriges Elixier,
nur in der Kunst zu gebrauchen,
beizeiten verstörend betörend,
stets aber verhöhnend.
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Ich: Weniger Sand im Getriebe würde mich schon weiterhelfen.
Er: Macht die Mutter auch nicht wieder lebendig.
Okay, der Punkt geht an ihn.
Er: Lust auf ein Bier in Kassel?Â
Ich: Nur 20 Minuten Verspätung.
Beide: Das reicht für ein ganzes Leben!
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Doch gerade jetztÂ
fährt der Zug wieder an.