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Was hat eine nicht veröffentlichte Kurzgeschichte auf Social Media zu suchen?

Christian Kranich
2. Sept.
2 Min. Lesezeit

Eine ganze Menge, wie ich finde.


Die meisten Menschen hier kennen mich als Pharma-Manager und als systemischen Coach. Heute möchte ich eine andere Seite von mir zeigen: die des Autors.


Ich habe mit meiner Kurzgeschichte „Doktor Mabuse“ an einem Wettbewerb der Romanfabrik teilgenommen. Sie hat es nicht auf die Shortlist geschafft.

Natürlich hätte ich mich gefreut. Und natürlich ist eine solche Rückmeldung zunächst einmal ein Rückschlag.


Aber beim Nachdenken ist mir etwas aufgefallen: Vielleicht sagt eine Nicht-Auswahl manchmal ebenso viel über einen Text aus wie eine Auswahl.


Ich schreibe nicht für die schnelle Zustimmung. Nicht für den Mainstream. Und auch nicht für Texte, die sich beim ersten Lesen vollständig erschließen und anschließend einfach konsumiert werden können.


„Doktor Mabuse“ ist sperrig. Die Geschichte verlangt etwas. Sie lässt sich nicht sofort auf eine eindeutige Botschaft reduzieren.


Vielleicht hat die Jury genau deshalb keinen unmittelbaren Zugang zu ihr gefunden.

Und merkwürdigerweise bestätigt mich das eher, als dass es mich entmutigt.

Denn Kunst darf Reibung erzeugen. Sie darf irritieren, Fragen offenlassen und Widerspruch provozieren. Sie darf etwas in Bewegung bringen, statt nur zu bestätigen, was wir ohnehin schon wissen.


Nicht verstanden zu werden, ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass etwas falsch ist. Und ausgewählt zu werden ist nicht automatisch ein Beweis dafür, dass etwas richtig ist. Beides sind zunächst einmal Signale.


Für mich ist dieses Signal klar: Ich möchte meinen eigenen künstlerischen Weg weitergehen. Authentisch bleiben. Texte schreiben, die eine eigene Stimme haben. Und Reibungsfläche anbieten, an der ein Dialog entstehen kann.


Schade, dass die Jury der Romanfabrik das in „Doktor Mabuse“ nicht erkannt hat. Ich hätte mich gerne auf offener Bühne einer Diskussion darüber gestellt.


Jetzt kann jeder selbst lesen.


Hier geht's zu „Doktor Mabuse“ → https://www.christian-kranich.com/kurzgeschichten

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